Fifa Online Beta – Fifa zum Spartarif

Electronic Arts setzt zum Großangriff auf den Markt der Browserspiele an. Pünktlich zum Start der WM wird die (im Grundgerüst) kostenlose Beta-Version der Fifa Reihe ausgepackt.  Nach Battlefield: Heroes und Tiger Woods Online nun das nächste Browserspiel aus dem EA Portfolio.

Zunächst dachte ich ja, dass Fifa Online der Abschiedsgruß an die PC-Spieler ist. EA scheint ja eh nicht willens zu sein. die Engine der PC Version zumindest halbwegs an den grafischen Stand der Konsolenversionen anzupassen. Aber weit gefehlt, für mich überraschend wurde Fifa 2011 auch für den PC angekündigt. Nun gut, wir lassen uns überraschen welches Grafikgerüst der neuste Teil tragen wird.

Fifa Online hat (wie der Name ja schon aussagt) die aktuellen Lizenzen der Clubs und Nationalmannschaften. Gespielt werden kann im Ligamodus, Singleplayer, Versus Modus oder die aktuelle WM kann schon mal im Voraus entschieden werden.

Was mich am Liga Modus wirklich stört ist der Aufbau des Ganzen: Alle Spieler haben am Anfang der Saison die gleiche Stärke. Demzufolge ist es nun egal ob ich bei den Bayern mit Arjen Robben und Franck Ribery spiele oder Lell und Görlitz über die Außen schicke. Ein wenig mehr Individualstärke hätte ich mir da schon gewünscht.

Die Währung des Spiels wird Coins genannt. Und sehr wichtig im gesamten Spielverlauf.  Coins sind das Allroundmittel für lahme Füße und kaputte Muskeln. Hat ein Spieler mal zu viele Spiele in den Knochen, kann ihm mit ein paar Coins wieder zu neuer Stärke verhelfen. Da kommen wir auch gleich wieder zum nächsten Kritikpunkt: Die Spieler sind viel zu schnell ausgepowert! Nach 2 Spielen sind sie meistens so müde dass sie das dritte Spiel nicht mehr antreten können.

Coins sind natürlich auch für Vertragsverlängerungen und Neuverpflichtungen von Nöten. Verträge laufen aber wie im echten Fußball nicht für eine bestimmte Anzahl an Jahren, sondern nur für maximal 34 Spiele. Hat ein Spieler z.B. eine Restlaufzeit von 12 Spielen, wird mit den Coins die Laufzeit wieder auf 34 Spiele aufgestockt. Auch an den Verträgen wurde ein wenig geschraubt. Einen Transfermarkt gibt es nicht. Hat man einen Spieltag erfolgreich gemeistert, bekommt man nicht nur Coins, sondern auch eine von 3 möglichen Belohnungen. Dahinter verbergen sich Spieler, welche dann auf Wunsch verpflichtet werden können. Diese sind dann jedoch oft ein paar Level höher als die eigenen Spieler und sind somit oft auch wirklich Verstärkungen für das Team.

An der Spieldynamik an sich hat sich nichts geändert. Es ist immer noch dieses träge Spiel welches die FIFA Spiele so an sich haben. Natürlich kann es sein dass ich als PES-Fanboy da ein sehr subjektives Bild aufgebaut habe, aber es ist halt so. Es wird oft so lange im Mittelfeld rumgestochert, bis der Stürmer mal durchbrechen kann und alleine auf das Tor zu rennt. Gesteuert werden kann wahlweise mit Tastatur, Controller (wobei wieder mal nur wenige Controllertypen unterstützt werden, da hätte man seit Ewigkeiten schon mal was tun können) und ganz neu: per Maus.

Die Steuerung mit der Maus macht mir persönlich am meisten Spaß. Wii-mäßig wird durch eine Linie die Laufrichtung des gewählten Spielers angezeigt, je länger die Linie gezogen wird, umso schneller läuft der Spieler. Mit der linken Maustaste wird gepasst, bzw. bei längerem Halten geflankt und in der Defensive attackiert. Mit der rechten Taste wird geschossen und gegrätscht. Einzig die Flanken wollen bei mir noch nicht wirklich funktionieren. Da man ja zunächst die Laufrichtung des Spielers “ziehen” muss und dann die Richtung der Flanke auswählen muss, beim Bewegen des Mauszeigers in den Strafraum bewegt sich der Spieler aber automatisch in diese Richtung und meistens wird der Ball dann vom Gegner abgenommen.

Jetzt natürlich die Frage: Wie will EA damit Geld verdienen? Die Milch der Cash-Cow sind die möglichen Verbesserungen der Spieler. Das wären zum Beispiel Schienbeinschoner mit +12 Defensivstärke oder Schuhe mit +20 Offensivstärke. Jeder Spieler hat 3 Slots für diese Verbesserungen. Bezahlt wird aktuell mit Coins. Ich denke mal dass zum Ende der Testphase entweder die Verbesserungen für Bares erworben werden können oder aber die Coins eingekauft werden müssen. Denn das aktuelle Gleichgewicht zwischen durch Siege errungene Coins und den Coins welche für Verträge, Verpflichtungen, Regenerationen und Verbesserungen drauf gehen wird sich auf Dauer nicht halten können.

Alles in Allen ist Fifa Online ein netter Vertreter der Spiele für Zwischendurch. Zu viel zum weg sehen und zu viel zum intensiven Spielen mit eventuellem Geldausgegebe.
Übrigens, wenn EA schon dabei ist Spielereihen in Browserspiele zu wandeln, dann bitte nehmt euch als nächstes den Fußball Manager vor. Und nein, nicht so eine billige Flash-Version die momentan so angepriesen wird, sondern eine “so-gut-wie” vollständige Version der Ladenversion. Wenn die Qualität stimmt, wäre ich eventuell sogar bereit ein paar Euros dafür auszugeben.

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Posted on 14. Juni 2010, in Angespielt. Bookmark the permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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